Stadtratsfraktion Neu-Ulm
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Antrag – Prüfung von Waldkindergärten

24. November 2020

Auf gemeinsamen Antrag der Fraktionsgemeinschaft von CSU und JU soll durch die Verwaltung die Errichtung von Waldkindergärten geprüft werden.

Gemeinsamer Antrag vom 23.11.2020:

“Die Fraktionsgemeinschaft CSU und Junge Liste beantragt:

  • zu prüfen, ob der weitere, in den nächsten Jahren bestehende Bedarf an neu zu schaffenden Kindergartenplätzen teilweise durch die Schaffung von Waldkindergartenplätzen abgedeckt werden kann.
  • Weiterhin wird beantragt, geeignete Standorte für die Schaffung von Waldkindergartenplätzen zu suchen und die Eigentumsverhältnisse zu prüfen.

Begründung:

Neu-Ulm ist eine wachsende Stadt mit wachsenden unterschiedlichen Bedürfnissen. Es werden Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft, in städtischer Trägerschaft aber auch mit Montessori-Pädagogik betrieben. Jeder Kindergarten hat sein eigenes pädagogisches Konzept. Hiermit werden wir Eltern und Kindern und ihren Bedürfnissen nach Individualität gerecht. Einen Waldkindergarten hat die Stadt Neu-Ulm bisher noch nicht. Der tägliche Aufenthalt in der freien Natur unterstützt eine positive Entwicklung der kindlichen Motorik und Wahrnehmung in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Koordination, taktiler Wahrnehmung und Tiefensensibilität.

„Da die meisten Waldkindergärten konzeptionell kein konventionelles Spielzeug mit „vorgeschriebener“ Bedeutung nutzen und die Kinder mit Naturgegenständen spielen, wirkt sich die Waldpädagogik auch auf die Sprachentwicklung unterstützend aus, weil sich die Kinder über Bedeutung von Gegenständen und das Spielgeschehen häufiger verbal austauschen (Warmbold 2002). Im Waldkindergarten sind Kinder und Pädagogen generell weniger lärmbelastet als in geschlossenen Räumen. Traditionelle Kindergärten weisen eine höhere Lärmbelastung und daher auch einen erhöhten Stress bei Kindern und Erziehern auf. Festgestellt wurden auch positive Auswirkungen auf das Immunsystem von Kindern und Erziehern durch den stundenlangen Aufenthalt im Freien (Warmbold 2002).“

Als Vorteile für die Stadt bei steigenden Ausgaben im Bereich der Kinderbetreuung ist anzuführen, dass für die Stadt ein Waldkindergarten unter Umständen schnell und kostengünstiger zu realisieren ist. Nach Auskunft eines mit dem Bau von Waldkindergärten betrauten Architekten liegen die Investitionskosten eines Waldkindergartens etwa bei € 13.000,00 pro Kindergartenplatz, statt bei etwa € 35.000,00. Die Realisierung des Baus nach baurechtlicher und städtebaulicher Klärung kann in nur etwa 2 Monaten mit regionalen Holzbau-Unternehmen erfolgen. Die Fachschule für Sozialpädagogik in Herbrechtingen bildet Erzieherinnen und Erzieher mit Schwerpunkt Naturpädagogik aus, sodass auch das Problem der Personalgewinnung in diesem Bereich sich als nicht so groß herausstellen könnte.

Juliane Lidl-Böck (CSU)
Christiane Ade (CSU)
Ruth Greiner (CSU)
Eva Treu (JU)
Johannes Stingl (CSU)”