Stadtratsfraktion Neu-Ulm
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Wir sind anderer Meinung als die Verwaltung

7. März 2021

Die CSU-JU-Fraktionsgemeinschaft kann mit der Verwaltungsvorlage zum Pfuhler Heimatmuseum und „Alten Rathaus“ nicht mitgehen und legt eine ausführliche Mängelliste vor.

Sitzung Bauausschuss, TOP 6 Pfuhler Heimatmuseum

Stellungnahme CSU-JU-Fraktionsgemeinschaft

„Im Gegensatz zur Verwaltung sind wir der Ansicht, dass im/am Museumsstadel und „Alten Rathaus“ in Pfuhl dringend Sanierungsarbeiten erforderlich sind. Dass diese, auch aus Kostengründen, nicht in einem Zug erledigt werden können, ist uns klar. Und gerade deshalb drängen wir auch auf die Vorstellung des zugesagten Sanierungskonzepts, das dem Verein und der Politik aufzeigt, mit welchen Schritten eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes erfolgen soll.

Wir wollen an dieser Stelle nicht alle Mängel im Detail aufzählen, jedoch einige gravierende „Baustellen“ erwähnen, die unseren Antrag vom 31.01.2021 und auch unseren heutigen Antrag untermauern.

An den Türen im Eingangsbereich dringt zwischen Verglasung und Holz Wasser ein. Seit Jahren läuft Regenwasser durch die gewölbte Decke im Kellerraum. Die in der Verwaltungsvorlage beschriebenen Sanierungsmaßnahmen waren zum einen geringfügiger Art. Zum anderen wurden z. B. im Erdgeschoss und 1. Stock die Fenster erneuert, danach passierte aber seit Jahren nichts mehr. Die Fenster im Dachgeschoss sind noch „die Alten“. Der Sockelbereich außen um das gesamte Gebäude herum weist zum Teil starke Schäden auf und vieles mehr. Einige der Sanierungsarbeiten wurden bereits durch die Museumsfreunde selbst durchgeführt.

Wir könnten hier noch unzählige Mängel aufführen, haben das aber im Detail im Anhang an unseren heutigen Antrag ausgeführt.

Auf Vorschlag der Verwaltung wurden verschiedene Sanierungsbereiche von Handwerkern begutachtet. Dies wurde auch mit Kostenschätzungen der Veraltung zugeleitet. Jedoch weder die Museumsfreunde noch die Handwerker erhielten eine Rückmeldung.

Laut Verwaltungsvorlage waren 50.000,00 € für Malerarbeiten und Putzschäden im Haushalt eingestellt gewesen, die jedoch zurückgezogen wurden a) wegen der Haushaltsüberarbeitung und b) wegen fehlender Umsetzungskapazitäten.

Für solche, verhältnismäßig kleine Arbeiten ist keine Umsetzungskapazität vorhanden? Wie sollen wir das denn verstehen? Die Maler- und Putzarbeiten werden sicher nicht von der Verwaltung selbst ausgeführt, sondern höchsten überwacht. Das müsste doch machbar sein!

Oberbürgermeister Noerenberg hat dem Museumsverein schriftlich im August 2019 zugesagt, ein Sanierungskonzept mit Kostenermittlung erstellen zu lassen. Weder der Stadtrat noch der Verein hat danach 1 ½ Jahre etwas gehört. Im November 2020 wurde die Verwaltung nochmals schriftlich auf verschiedene erforderliche Sanierungsmaßnahmen hingewiesen.

Jetzt hat die SPD im Januar 2021 einen Antrag für ein Sanierungskonzept eingereicht und innerhalb 6 Wochen haben wir eine Sitzungsvorlage. In der schreibt die Verwaltung allerdings, dass es keinen Sanierungsbedarf gibt bzw. ein solcher als nicht für erforderlich gehalten wird.

Wir können und werden diese Aussage dem Verein gegenüber nicht vertreten! Die Verwaltung steht beim Verein im Wort, hier mit einem entsprechenden Konzept tätig zu werden. Das Beispiel Pfuhler Museum ist leider nicht das Einzige, durch welches die Vereine das Vertrauen zur Verwaltung verlieren.

Unser heutiger Antrag soll nochmals an die damalige Zusage aus dem Jahr 2019 erinnern und auf die Dringlichkeit hinweisen, bevor das denkmalgeschützte Gebäude einen höheren und teureren Sanierungsaufwand nach sich zieht.“

Joel Hillmann, Waltraud Oßwald

(Anm.: Antrag siehe im gesonderten Bericht)