Stellungnahme Donauuferweg, Ergänzung zum Baudurchführungsbeschluss
12. Februar 2026CSU-Stadtratsfraktion Neu-Ulm
Stadtrat am Mittwoch, 11.2.2026
Tagesordnungspunkt: Donauuferweg, Ergänzung zum Baudurchführungsbeschluss vom 30.9.2025
Kurz zum Sachverhalt:
Nach dem Baudurchführungsbeschluss des Stadtrats vom 30.9.2025 wurde von der Verwaltung die diesem Beschluss zu Grunde liegende Entwurfsplanung vor Ort, u.a. im Bereich der Villa Schäfer, nochmals überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass die vorgesehene Wegeführung den Erhalt der prägenden Böschungs- und Gehölzstrukturen entlang der Augsburger Straße, insbesondere der Kirschbäume sowie weiterer Gehölze, nicht zulässt. Ausdrückliche Zielsetzung war jedoch, dass dieser Böschungs- und Gehölzstreifen einschließlich der Kirschbäume geschützt und erhalten werden muss.
Zudem stellte sich heraus, dass bei der ursprünglich vorgesehenen Wegeführung auch die Baumreihe entlang der Donau aufgrund des oberflächennahen Wurzelwerks nicht erhalten werden kann. Im Fall der Umsetzung der ursprünglichen Planung wäre damit die vollständige Zerstörung der Grünstruktur im gesamten östlichen Abschnitt zu erwarten. An diesem Ergebnis hätte wohl auch der Einsatz von Wurzelbrücken nicht viel geändert.
Als Konsequenz aus diesen Feststellungen wurde von der Verwaltung eine Verschiebung der Rad- und Fußwegführung, ausgehend von der bisherigen geplanten Wegeführung, um bis zu maximal 4 m in Richtung Donau geprüft. Diese neue Wegeführung wurde nun in der Sitzung am 11. Februar von der Verwaltung vorgestellt. Mit dieser Planung ist im östlichen Abschnitt des Donauuferwegs eine Entnahme von insgesamt sechs Großbäumen verbunden, wobei bereits in der ursprünglichen Planung ein Baum hier entfallen wäre.
Ziel der Planung ist nach wie vor die Schaffung einer durchgängigen Radwegverbindung zwischen Offenhausen, der Villa Schäfer und der Gänstorunterführung sowie die hiermit verbundene Stärkung des Radverkehrs.
Der Stadtrat hat in der Sitzung am 11.2.2026 mit deutlicher Mehrheit (22 Ja-Stimmen, bei 14 Nein-Stimmen) für den Verwaltungsvorschlag votiert, den Baudurchführungsbeschluss vom 30.9.2025 zu ergänzen.
Stellungnahme der Fraktion:
Danke für den Bericht und die Vorstellung der geänderten Planung.
Die Reaktion auf die beiden Pressemitteilungen der Stadtverwaltung waren ja durchaus vielschichtig.Noch dringlicher hätte eine Angelegenheit kaum noch auf die Tagesordnung des Stadtrats gebracht werden können als diese Maßnahme.
Unbestritten hätten die Informationen der Verwaltung zu notwendigen Planänderungen in Richtung Stadtrat und interessierter Öffentlichkeit deutlich früher erfolgen müssen.
Lassen Sie mich dennoch klarstellen:
Wir sind mit dem Projekt Donauuferweg mittlerweile schon fast fünf Jahre auf dem Weg. Der Planungs- und Umweltausschuss hat in der Sitzung am 10.6.2021 mit einer einstimmigen Beschluss zum Gestaltungskonzept die Verwaltung auf dem Weg geschickt.
Final wurde der Baudurchführungsbeschluss am 30. September 2025 ebenfalls einstimmig gefasst.
Die Notwendigkeit der Maßnahme, die Priorisierung der Maßnahme im Radwegekonzept und die gemeinsame Absicht, die Situation am Donauufer deutlich zu verbessern, war nach unserem Eindruck insgesamt nicht umstritten. Dies gilt für unserer Fraktion auch weiterhin. In den Beratungsunterlagen zum Baudurchführungsbeschluss gibt es auch Ausführungen zu den Baumschutzmaßnahmen, unter anderem zu den geplanten Wurzelbrücken, Versetzen einzelner Bäume, gegebenenfalls notwendig werdenden Fällungen und Ersatzpflanzungen.
Auftragsgemäß hat nun die Verwaltung nach dem Baudurchführungsbeschluss im September dieEntwurfsplanung vom 4.4.2025 vertieft, um die Umsetzung weiter voran zu treiben.
Leider hat sich dabei herausgestellt, dass die Sicherung durch Wurzelbrücken so nicht umgesetzt werden kann.
Weiter hat sich gezeigt, dass die bisherige Wegeführung zu seinem Verlust der prägenden Böschung- und Gehölzstrukturen entlang der Augsburger Straße, dies sind insbesondere Kirschbäume nicht zulässig zulässt. Im Ergebnis ist eine vollständige Zerstörung im gesamten östlichen Bereich zu erwarten.
Auch hier hat die Verwaltung mit einer geänderten Planung reagiert. Der geplante Rad- und Fußweg -Verlauf wurde um bis maximal 4 m in Richtung Donau verschoben.
Die Lebenserwartung der betroffenen Bäume liegt bei 10-15 Jahren.
Die neue Planung führt zur Entnahme von sechs großen Bäumen, d.h. über die beschlossenen beiden Fällungen noch fünf zusätzliche Fällungen. Die Böschung- und Gehölzstruktur mit den Kirschbäumen bleibt erhalten.
Die Länge der verschobenen Streckenführung beim Casino bleibt die Streckenführung nahezu unverändert. Ein großer Baum muss gefällt werden.
Als Ausgleich für die gefällten Bäume sind Ersatzpflanzungen vorgesehen, Stammdurchmesser dabei auf 25-30 cm erhöht.
Insgesamt entfallen also sieben große Bäume. Davon ist einer bereits beschlossen, dies ist der Baum beimCasino, sechs im östlichen Abschnitt, davon ist einer bereits geschlossen.
Wir halten diese Planung für vertretbar. Der Verlust von sieben großen Bäumen ist sicherlich schmerzlich. Im Interesse der Sache, d.h. deutlichen deutliche Verbesserungen bei der Wegeführung am Donauufer für alle beteiligten Verkehrsteilnehmer, würden wir auch diese neue Planung mittragen.
Keine Alternative zum Donauuferweg ist der Radweg entlang der Augsburger Straße.
Unsere Abwägung geht dahin, dass wir der geplanten Änderung zustimmen möchten.
Johannes Stingl